Ein farmstay ist nicht gerade die typischste Art eine Unterkunft zu finden, bietet jedoch eine fantastische Möglichkeit das Alltagsleben der Neuseeländer kennenzulernen, selbst mitzuwirken und zu helfen. Auch hier gibt es Unterschiede, denn so verschieden die Farmen auch geführt werden, so ist ebenso eine unterschiedlich starke Einbindung in das Familienleben und in das soziale Netz gegeben. Teilweise besteht die Möglichkeit direkt im Haus der Familie zu wohnen und andere wiederum bieten getrennte Unterkünfte an.

Der Vorteil des Farmstays liegt also klar auf der Hand:

  • das neuseeländische Alltagsleben entdecken und daran teilnehmen
  • durch Mithilfe auf der Farm seinen Teil dazu beitragen (nicht immer Pflicht)
  • Wissenszuwachs und Erfahrung: Wann hat man schon einmal die Möglichkeit Schafe zu scheren, Kühe zu melken oder Kiwis zu ernten??
  • Freundschaften schließen, die über den Auslandsaufenthaltes hinaus andauern
  • viel Natur mit entsprechenden Outdoor-Aktivitäten: Skiiing, kayaking, reiten, fischen etc.

Wo und wann man farmstays durchführen kann, erfährt man aus dem Internet. Hier gibt es eine Vielzahl von Seiten, die die Lage solcher Farmen angeben. Am besten einfach anrufen und anfragen.

Wwoofing

Eine besondere Form des Arbeitens auf einer Farm ist das Wwoofing. Die Abkürzung steht für Willing workers on organic farms, was bedeuet, dass man gegen Arbeit auf einer ökologischen Farm freie Unterkunft und Essen erhält. Dies umfasst in der Regel ein paar Stunden täglich ( rund 4 – 6 Stunden täglich), sodass noch genügend Zeit für Freizeitaktivitäten bleibt.

Das Wwoofing bietet ebenso eine tolle Möglichkeit Neuseeländer wirklich kennenzulernen, am Arbeitsleben teilzuhaben und auch noch andere Reisenden kennenzulernen, denn häufig arbeiten mehrere Wwoofer auf diesen Farmen. Man hat sowohl Kontakt zu Einwohnern als auch Gleichgesinnten, sodass das Wwoofing diese beiden Seiten sehr gut vereint. Durch die Arbeit erhält man nicht nur einen Einblick in die tägliche Arbeit auf einem ökologischen Bauernhof, sondern kann selbst sein Wissen erweitern und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Man muss jedoch bedenken, dass man für die Arbeit kein Geld erhält.

Wwoofing kann man nicht einfach so machen! Zunächst ist ein Mitgliedschaftsantrag obligatorisch, den man über die Wwoofing-Website, in einigen Hotels oder Reisebüros stellen kann.

www.wwoof.co.nz

Damit verbunden ist ein Beitrag von rund 40 NZ$, der auch eine Basis-Unfallversicherung umfasst. Im Anschluss erhält man ein Wwoofing-Buch mit allen Adressen und Kontaktnummern der Wwoofing-Anbieter (derzeit rund 1000 über das ganze Land verteilt). Dazu gibt es noch eine persönliche Mitgliedsnummer.

Achtung: Mit einem Visitor Visa, dem Touristenvisum, was zu einem Aufenthalt von bis zu 9 Monaten ohne Arbeiten berechtigt, ist das Wwoofing auch möglich! Wer ein Work and Travel-Visum hat, für den ist das Wwoofing selbstverständlich auch kein Problem.

Wie finde ich nun heraus, welche „Organic Farm“ das Richtige für mich ist?
Erst einmal muss man sagen, dass nicht alle Anbieter ausschließlich ökologische Farmen betreiben, wo biologisch angebaut wird.  Manchmal kommt es auch vor, dass die Farm einfach nur ein Ferienhaus mit Garten ist, wo es mit anzupacken gilt. Dafür gibt es im Wwoofing-Buch Beschreibungen, die einem bei der Wahl helfen sollen. Ansonsten gilt einfach anrufen und anfragen, sodass man keine falschen Vorstellungen hat.

In der Regel gilt auch, dass der Gastgeber und der Wwoofer nach Absprache Vereinbarungen treffen, die im beiderseitigen Interesse liegen. Der Gastgeber ist natürlich auch an dem kulturellen Austausch interessiert und somit lassen sich an der einen oder anderen Stelle sicher Kompromisse finden.


Wie lange muss ich bleiben?

Eine Mindest- und Maximalaufenthaltszeit kann, muss aber nicht angegeben werden. Wenn dies nicht der Fall ist, einigt man sich mit dem Gastgeber persönlich. Bei Änderungen der Reisepläne sollte man aber immer möglichst zeitig Bescheid geben, denn man ist schließlich als Arbeitskraft mit eingeplant!
Auf der anderen Seite kann es natürlich auch passieren, dass man mit den Zuständen auf der Farm alles andere als zufrieden ist. Wenn dies der Fall ist, sollte man dies offen ansprechen und seine Konsequenzen ziehen. Keiner kann einen zwingen, dort zu bleiben! Ist es ganz katastrophal, muss man in Erwägung ziehen den Gastgeber bei Wwoof New Zealand zu melden, damit die eigenen Nachfolger nicht dieselben unangenehmen Erfahrungen machen müssen.

Wer also gerne mal mit anpackt und sich für körperliche Arbeit nicht zu schade ist und gleichzeitig gern ein wenig das alltägliche Leben der Neuseeländer kennen lernen will, für den ist ein farmstay und das Wwoofing eine sehr gute Möglichkeit, dies zu tun.

Dabei ist ein Aufenthalt in Neuseeland sehr gut für die Englischkenntnisse, die ihr während eurer Zeit an einer Sprachschule in Neuseeland ausbauen könnt.