Duftendes Rotorua

Allgemein — posted_by pattiunterwegs @ 08:35

Mmmmh, that smells! Ein flottes Lüftchen weht durch Rotorua, ein intensiver Gestank nach faulen Eiern. Bereits beim ersten Spaziergang durch das 76000 Einwohner-Stadetchen schlägt er einem so alle sechs, sieben Minuten entgegen. Manchmal erwischt es einen völlig unvorbereitet, gerade noch nahm man einen tiefen Atemzug klarer Luft, und plötzlich ist man in eine Wolke von Schwefelgeruch gehüllt.

 

Der Ursprung dieses Lüftchens ist wohl eine der heissen Thermalquellen, die es hier in Rotorua, dem aktivsten Thermalgebiet Neuseelands, zahlreich gibt. Zu den bekanntesten und touristisch gut erschlossenen gehören die Geysire in Whaka und Te Puia. Schon die Namen sind touristenfreundlich, der Maori-Name der Gegend lautet „Te Whakarewarewatanga o te ope taua a wahiao“ und bedeutet „die Sammlung der Kriegstruppe von Wahiao“. Etwa vierzig Minuten läuft man vom Stadtzentrum bis nach Te Puia, zahlt schlappe 40 Dollar und darf dafür die Gegend mit wasserspuckenden Geysiren, blubbernden Schlammtümpeln und der Ausbildungsstätte für traditionelle Maori-Schnitzerei und Weberei besuchen. Die Hälfte des Eintrittspreises wäre für das Angebot zwar angemessener gewesen, aber einige Dinge sind doch sehr sehenswert:

Ich persönlich könnte nicht mal eben so aus einem gewöhnlichen Blatt der Flachs-Pflanze einen halben Rock herstellen, und es ist sehr faszinierend, eben genau das zu beobachten. Auch die Geysire, die so freundlich waren, sehr dynamisch und anhaltend zu spucken und Unmengen an Dampf zu produzieren sind in jedem Fall sehenswert. Bei den Schlammtümpeln mit ihren duftenden Blasen allerdings wurde mir nach einiger Zeit übel, da weiss man dann den Smog-Geruch der deutschen Heimatstadt wieder zu schätzen.

 

Alles in allem hatte Rotorua für mich Charme, auch wenn sie um zehn die Bürgersteige hochklappen und ich auf der Suche nach einem offenen Pub durch eine Geisterstadt gelatscht bin. Irgendwie gewöhnt man sich an den Geruch und findet ihn irgendwann sogar ein bisschen nett. Vielleicht ist das aber auch nur der Schwefel, der sich im Gehirn absetzt.

Noch einen Tipp für die Backpacker: Das Spa Lodge Hostel ist mit 18 Dollar für ein Bett im Vierbettzimmer günstig und dabei sehr originell mit seinen bunt bemalten Mauern und Wänden. Die Unverschämtheiten des Concierges am besten ignorieren, der möchte sicher auch nur geliebt werden.

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In der Bay of Islands

Allgemein — posted_by pattiunterwegs @ 08:30

Ach, es ist ein Traum. Die Sonne scheint über Paihia in der Bay of Islands, lässt das glasklare Wasser in strahlendem Türkis leuchten und die feinen Sandstrände in einem wunderschönen Goldgelb. Mit der Digitalkamera schwenke ich von links nach rechts und von oben nach unten, von Palme zu Palme und vom Sandstrand zum Meer. Ich will alles festhalten, am liebsten auch diesen Geruch nach klarer Luft mit einem Hauch von Salz, das Gefühl des feinen Sandes zwischen den Zehen und das Rauschen des Windes in den Bäumen.

 

Seit ich hier angekommen bin kann ich mich kaum sattsehen am schwarzen Vulkanstein vor den eben schon erwähnten paradiesischen Stränden und dem türkisenen Meer. Zum Glück habe ich drei Tage bevor es mit dem Bus wieder nach Auckland zurück geht. Der Ausflug zum Cape Reinga mit Zwischenstopp im Kauri Rain Forest (habe ich irgendwo schomal so klare Luft geschnuppert?) und der Ninety Mile Beach war anstrengend, hat sich aber gelohnt. Bin mit dem Stray Bus losgetuckert und konnte innerhalb dieses Tages Dünen, riesige Bäume, einen idyllischen Strnd, einen endlosen Strand, mehrere Strände von oben und unglaublich viele Schafe auf grünen Wiesen sehen.

 

Da wir beim ersten Dolphing Spotting am Ankunftstag in Pahia nur einen einzigen Delphin gesehen haben, gab’s einen Gutschein für eine kostenlose zweite Tour. Beim zweiten Mal entdeckten wir sechs Delphine. Das war schon toll, nicht nur so eingesperrte zu sehen, sondern die Delphine in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Schwimmen mit den Tieren ging leider nicht, da die Delphine Babys hatten, sodass ich in einer der Landungen des Boots an einem der paradiesischen Strände ins Wasser steigen musste. Im Oktober ist das Wasser unglaublich kalt (gefühlte – 2 Grad) sodass es mir sofort die Lungen zusammengepresste und mir schwindelig wurde. Aber ich bin ja schließlich keine Memme, also schwamm ich tapfer etwa fünf Minuten, ließ noch ein paar Fotos von mir mit tapferem Lächeln machen und nahm dann die Bewunderung der anderen Leute auf dem Boot entgegen, die sich nicht getraut hatten.

 

Vor meinem inneren Auge sehe ich mich derzeit die Fotos hochladen und ein paar Tage später meine Freunde in Deutschland vor Neid blass oder dunkelrot werden, je nach Hauttyp. Ach ist das schön!