Neuseeländer

Pokern mit Neuseeländern

NeuseeländerUnsere Vermieter sind sehr offene und unternehmungslustige Menschen. Sie kommen oft bei uns vorbei und unterhalten sich mit uns. Wir haben auch schon einige Einladungen bekommen und so sind wir bei einem Pokerspiel gelandet. In einem kleinen Pub in sehr familiärer Athmosphäre trafen wir Einheimische und auch Maori. Die Stimmung war gelöst und unkompliziert. Jemand hat Gitarre gespielt und die anderen haben gesungen und so nebenbei haben wir eine Runde Poker gespielt. Natürlich mit echtem Einsatz, ist doch wohl logisch, wir sind hier in Neuseeland. Es war ein richtig netter Abend und so bekommt man schnell Kontakt zu den Einheimischen. Man will ja auch einen Einblick bekommen wie die Menschen hier leben. Leider haben mein Freund und ich verloren, aber dafür war der Spaß umso größer.

Mentalität der Neuseeländer

Offen und herzlich – die Kiwis

Wenn man in ein anderes Land verreist, sieht man nicht nur die jeweils bekanntesten Sehenswürdigkeiten und erfreut sich an der schönen und vielseitigen Natur. Nein, man kommt auch mit den Menschen in Kontakt, lernt ihre Eigenheiten und ihre Mentalität kennen und erfährt somit nicht nur etwas über andere, sondern vergleicht mir seinen eigenen Verhaltensmustern, die einem die Gesellschaft anerzogen hat.

Wie lässt sich nun der typische Neuseeländer beschreiben beziehungsweise gibt es ihn überhaupt? Eines steht auf alle Fälle fest. Im Land der weißen Wolke ticken die Uhren ein wenig anders als bei uns – nämlich langsamer. You have to take it easy – mach dir keinen Stress, sieh positiv und vermeide die Hektik! Man ist hier ein wenig entspannter und sieht die Dinge lockerer, was sehr erfrischend wirkt. Das Beste: Ist man lange genug da, wird man sicher etwas von dieser lockeren Grundhaltung mit nach Hause nehmen, denn es geht auch anders: ohne Stress, Hektik und großen Druck!
Take it easy! Mach dich locker und entspann dich. Genauso entspannt ist auch der Kleidungsstil. Shorts, ein einfaches Shirt und FlipFlops („jandils“) gehören zur Standardausrüstung des Neuseeländers dazu und es gibt nahezu keinen Anlass, zu dem man diese lässigen Kleidungsstücke nicht tragen könnte. Wer keine Latschen hat, geht einfach barfuß – wen stört das schon??

Heute schon Smalltalk gehalten? Nein, dann wird es höchste Zeit! Der leichte, unverfängliche Plausch, häufig eingeleitet mit „How are you“ soll das Eis brechen. Erwartet wird nun kein ausführlicher Bericht des persönlichen Befindens, sondern nur ein kurzes „Fine thanks“. Der Neuseeländer fängt seine Gespräche mit Unbekannten gern so an, um einfach ins Reden zu kommen und Kontakt aufzunehmen. Am besten man gibt sich nicht wortkarg und stimmt einfach ein.

Eines wird für die Neuseeländer sehr groß geschrieben: die Gemeinschaft! Dinge gemeinsam zu unternehmen, seien es Freunde oder die Familie, ist sehr wichtig und man genießt diese Zeit zusammen – im Pub, beim Barbecue oder beim Campen. Die Neuseeländer sind stolz auf ihr Land und sind sich dessen Schönheit bewusst. Viele verbringen ihren Urlaub im eigenen Land, fahren ans Meer, zum Campen oder machen die unzähligen Wanderwege des sehr gut ausgebauten Wanderwegnetzes unsicher. Auch Sport ist wichtig – kein Wunder bei den zahlreichen Dingen, die einem die Landschaft Neuseelands bietet. Wenn man einen Nationalsport benennen würde, wäre dies sicher Rugby, gefolgt von Cricket, Segeln, Ski fahren und Angeln!

Neuseeland ist touristisch erst nach der Herr der Ringe-Verfilmung richtig beliebt geworden. Wer denkt, dass die Neuseeländer nicht viel von den zahlreichen Touristen  halten, liegt falsch. Man zeigt sich weltoffen, interessiert an fremden Kulturen und möchte soviel von den anderen lernen wie möglich. Fast überall wo man hinkommt, trifft man auf Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Man hilft bereitwillig, gibt nützliche Insidertipps ohne eine Gegenleistung zu erwarten, denn Gemeinschaft und gegenseitige Rücksichtnahme werden groß geschrieben. Sicher gibt es in jedem Land solche und solche Leute, aber diese Tendenz ist deutlich zu beobachten. Damit geht auch ein geringeres Misstrauen gegenüber anderen Menschen einher. Nirgends sonst wird man so viele alleinreisende Frauen trampen sehen. Weniger Misstrauen und eine niedrige Kriminalitätsrate machen es möglich. Neuseeland – immer noch ein bisschen heile Welt.

Die Neuseeländer sind ein junges Volk. Die Besiedelung durch europäische Einwanderer startete erst richtig zu Beginn/Mitte des 19. Jahrhunderts. Zuvor hab es die Maori, die bereits seit 600 Jahren das Land bewohnten und nun vor der Situation standen, sich das Land mit den „Weißen“ teilen zu müssen. Heute ist das Volk gemischt, denn auch aus dem asiatischen Raum kamen viele Einwanderer hinzu. Den Einfluss der Maori spürt man bis heute, denn auch die Sprache ist dadurch geprägt. Die Regierung bemüht sich derzeit auch sehr darum, dieses Erbe zu erhalten, denn dies trägt wesentlich zur Vielseitigkeit und Identität des Landes bei!

Wer nach Neuseeland reist, der wird sicher eine einmalige Zeit erleben – eine Zeit mit herzlichen und gastfreundlichen Menschen, mit einer facettenreichen Kultur und nicht zuletzt mit einer einmaligen Landschaft, dessen Vielseitiges seinesgleichen sucht.

Multikulturelles Neuseeland

In Neuseeland findet man keinen typischen Neuseeländer. Es ist eine Multi Kulti Gesellschaft in der sich jeder einbringen und sich verwirklichen kann. Hier leben viele verschiedene Menschen, verschiedener Kulturen friedlich zusammen. Die lässigen Cowboys auf Ihren Ranches, die schicken Ladies mit Hut, smarte Businesstypen in den Städten, coole Rapper an den Stränden, man findet hier einfach eine Vielfalt an Völkern.

Ob Asiaten, Europäer, Amerikaner, viele fühlen sich hier heimisch. Die Gesellschaft in Neuseeland ist sehr tolerant und allen Minderheiten gegenüber sehr aufgeschlossen. So können sich hier auch Schwule und Lesben wohlfühlen.

Außerdem sind körperlich oder geistig Behinderte Menschen sehr in das Geschehen mit integriert. Die Menschen sind einfach aufgeschlossen und haben keine Angst vor Fremden oder Ungewöhnlichem. Sie denken mehr mit dem Herzen und so fühlt man sich vom ersten Tag an sehr wohl.

Der lange Weg der Kiwi

Ursprünglich ist die Kiwi im gemäßigten Südwestchina zu Hause und hat von dort aus den Weg in Richtung Japan oder auch Malaysia gefunden. Heute verbinden die meisten Menschen die Kiwi unweigerlich mit Neuseeland. Daneben wird sie aber auch im Mittelmeerraum, in den USA, Chile, Indien oder auch Russland angebaut. Die ersten Kiwipflanzen wurden im Jahr 1904 in Europa angeboten, als gleichzeitig die Kiwi Einzug in Neuseeland hielt. Aber wie kam sie von China in den Rest der Welt?

Das Jahr 1899 war die Geburtsstunde des Kiwianbaus in Europa – der französische Geistlicher Pater Paul Farges sandte als erster Samen von China aus nach Frankreich, aber erst im Jahr 1900 konnte dank E.H. Wilson, der die Kiwi in England einführte, der kommerzielle Anbau und Verkauf in Europa ins Rollen gebracht werden. Er hatte sie bei einer Expedition entdeckt und Samen nach England geschickt.

Vier Jahre später im Jahr 1905 führte Isabella Fraser Samen der Kiwipflanze in Neuseeland ein, die sie von einem Besuch in China mitbrachte, wo ihre Schwester als Missionarin diente.

Dies bildete die Grundlage für den Kiwianbau in Neuseeland, denn alle heutigen kultivierten Sorten stammen von diesem besagtem Samenmaterial ab, welches Isabella Fraser von ihrer Chinareise mitgebrachte. Das Klima Neuseelands erwies sich dahingehend als optimal für den Kiwianbau. Heute verbindet man Neuseeland fast zwangsläufig mit der eigentlich aus China stammenden Kiwi fruit. Nicht umsonst nennt man die Neuseeländer auch Kiwis.

Eine Person, die sich um die Züchtung der Frucht verdient gemacht haben, ist beispielsweise Hayward Wright, ein passionierte Gärtner aus Auckland, der in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts die grüne Kiwi züchtete und anbaute. Nach ihm ist die heute wohl am verbreiteste Sorte, die Zespri Green, benannt, die seit 1970 fast nur noch angebaut wird. Aber auch hier fand eine Erweiterung statt. Das Ziel war es neben der handelsüblichen grünen eine Kiwi zu züchten, die ebenso gut vermarktet werden kann. Seit dem Jahr 2000 finden wir nun in den Supermärkten die sogenannte Zespri Gold – die gelbe Kiwi. Der Unterschied zwischen beiden Sorten liegt nicht nur in der Farbe. Während die grüne Kiwi länglich und dauerhaft behaart ist, verliert die eher tropfenförmige goldene Kiwi ihre Behaarung relativ schnell. Ebenso unterscheiden sie sich in ihrem Geschmack. Beide Sorten sind hingegen zweihäusig, was bedeutet, dass es einerseits Pflanzen mit nur männlichen oder weiblichen Blüten gibt. Es existiert jedoch eine Art namens „Jenny“, die sowohl männliche als auch weibliche Blüte auf einer Pflanze trägt.

Auch aus botanischer Sicht unterscheidet man die zwei Arten, nämlich in Actinidia deliocosa (grün) und Actinidia chinensis (gelb).

Will man die Kiwi privat anbauen, sollte man dazu in einer Gegend mit Weinbauklima wohnen und man sollte darauf achten, dass man immer eine männliche und weibliche Pflanze in regelmäßigen Abständen nebeneinander pflanzt. Ansonsten kann man keine Früchte ernten!

Neuseeland Kultur und Freizeit

Kultur und Freizeit

Neuseeländer – oder auch "Kiwis"genannt – sind für ihre Gastfreundschaft berühmt. Sie sehen sich selbst denn auch als freundliche und gemütliche Menschen, die Freude an der Begegnung mit Leuten aus anderen Kulturen haben. Im täglichen Leben sind die Kiwis relativ informell. Sogar in Business und Wirtschaft spricht man sich überwiegend mit den Vornamen an.

Kultureller Reichtum

Die Entwicklung von Neuseelands multikultureller Gesellschaft begann mit der Ankunft der Maori vor über 1000 Jahren. Mitte des 19. Jahrhunderts besiedelten Britische Einwanderer das Land, später kamen Menschen aus vielen anderen Teilen der Welt hinzu.

Heute setzt sich die Gesellschaft aus den verschiedensten ethnischen Gruppen zusammen, einschließlich Europa, Pacific Island, Asien und Afrika. Diese facettenreichen kulturellen Einflüsse sind ein wichtiger Teil von Neuseelands  Mode-, Kunst- und Musikszene.

Maori und Bikulturalität

Die Maori werden als "tangata whenua" oder "Volk des Landes" bezeichnet und machen ein Siebtel der neuseeländischen Bevölkerung aus (Stand 2006). Ein Wiederaufflammen der Maori-Kultur und Sprache in den letzten Jahren hat zu einem neuen Gefühl der nationalen Identität,  basierend auf der Idee der Bikulturalität geführt - eine gemeinsame Verantwortung für die Verwirklichung der Ideale des Vertrages von Waitangi, der 1840 unterzeichnet wurde. Neuseeland verfügt über drei offizielle Amstsprachen - Englisch, Maori und Gebärdensprache (für Gehörlose).

Keine Diskriminierungen

Neuseeland verfügt über eine Gesetzgebung zum Verbot von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder einer Behinderung. Sollte Ihnen als internationale Studentin oder inetrnationaler Student etwas diesbezügliches widerfahren,  sprechen Sie sofort das Personal an Ihrer Hochschule darauf an. Die Wahrung der Rechte der internationalen Studierenden wird in Neuseeland sehr ernst genommen.

Entertainment, Sport und Lifestyle

Vor allem für sportbegeisterte Studentinnen und Studenten bietet Neuseeland ausgezeichnete Bedingungen – ist es doch das Land, in dem Bungee-Jumping und Jet-Boot fahren erfunden wurde!

Sport und Outdooradventures

Neuseeländer lieben die Natur. Sie verbringen einen groβen Teil ihrer Freizeit damit, die schönen Nationalparks, Strände und Flüsse des Landes zu erkunden. Sie können Kajak fahren, Mountainbiken, Surfen , Fallschirmspringen, mit Delfinen schwimmen und vieles mehr.

Der Nationalsport in Neuseeland ist eindeutig Rugby, was von vielen aktiv gespielt und von fast jedem gern geguckt wird. Weitere beliebte Sportarten sind Cricket, Radfahren, Hockey, Fußball, Basketball, Reiten, Tennis, Touch-Rugby, Golf, Federball, Boccia, Segeln, Volleyball, Squash, Radfahren, Mountainbiken, Trail Mountainbike, Motorsport, Skifahren, Rudern, Angeln, Schwimmen und Aerobic.

Kunst und Kultur

In den meisten Städten  Neuseelands finden Sie Kinos, Galerien und Museen. Professionelle Theaterensembles spielen in den Theatern des ganzen Landes und viele große Rock-und Pop-Acts touren im „Kiwi-Land“. Für Klassik-Freunde bieten das New Zealand Symphony Orchestra, das Royal New Zealand Ballet und das New Zealand String Quartet ebenfalls abwechslungsreichen Showgenuss.

Was Neuseeländer so bewegt....

Während der Rest der Welt mit Bush´s Besuch im mittleren Osten beschäftigt ist, in Deutschland SPD und CDU immer weiter Streiten und die grosse Frage ist, wie denn nun das kleine Eisbärbaby im Nürnberger Zoo heissen soll, beschäftigen sich die Neuseeländer mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens.

Wochendeckendes Thema und leider auch Grund zur Trauer, war Sir Edmund Hillary`s Tod im Alter von 88 Jahren. Nicht nur war er zusammen mit seinem Sherpa Tensing der erste Mensch, der den Mount Everest bestiegen hat, auch hat er sich in Nepal sehr für die Sherpas eingesetzt. Bereits auf der 5-Dollar-Note verewigt, wird nun wild diskutiert, ob man ihm zu Ehren denn auch einen Feiertag schaffen soll, um den wohl berühmtesten Neuseeländer aller Zeiten zu ehren.

Auch die zwei Kanuten, die als erstes Team von Australien über das Tasmanische Meer bis nach Neuseeland gepaddelt sind, gaben Sir Edmung Hillary als grosse Inspiration an.

Nach 2 Monaten und einem wegen Sturmes gepaddelten Umweg von 1000 km kamen sie glücklich und erschöpft an der Nordinsel an und wurden von tausenden Menschen gefeiert.

Sportlich gesehen sind es vergleichbare Schlagzeilen wie bei uns. Momentan feiert man den neuen Sportstar am neuseelaendischen Himmel, Victor Vito. Ein noch recht junger Rugbyspieler der in dem kürzlich ausgetragenem Tunier in Wellington Neuseeland zum Sieg führte. Eine witztige Begleiterscheinung des Tunier ist es, dass es in eine Art Fasching ausartet, da alle Fans schwer beschäftig sind, sich zu verkleiden und zu betrinken. Allerdings hat die Polizai das Borat-Kostüm verboten (angelehnt an den Borat Film, wo der gute Mann nur mit einer Art Badeanzug bekleidet ist), da es als zu freizügig eingestuft wurde.

Da unser Boss Richard selber 10 Jahre in Japan Profi-Rugby-Spieler war und auch dessen Vater bei den „All Blacks“ (Neuseelands Nummer 1 Rugbyteam) gespielt hat, ist es selbstredend, dass wir inzwischen wissen, auf was es in diesem Sport ankommt.

Kurzzeitig hatten wir auch Besuch aus Südtirol – Norbert und Sybille waren auf Urlaub in Neuseeland und an Ihrem letzten Abend sind wir schön Essen gegangen und hatten einen wirklich netten Abend. Da genau an diesem Tag das Bon Jovi Konzert war, konnten die beiden angefangen von Hostel bis hin zum Hilton kein Zimmer finden. Die ganze Stadt war ausgebucht und das nur, weil 30 000 Fans zum Konzert sind.

Selbstverständlich haben wir Ihnen einen Platz auf unserem Fussboden zurechtgemacht und so hatten sie – wenn auch einen sehr unbequemen – einen Schlafplatz.

Es ist schon lustig, dass man es daheim nie schafft, sich zu treffen, aber am anderen Ende der Welt läuft man sich dann über den Weg.

Ja, ja, die Welt ist ein Dorf.

Nach anfänglichen Sprachproblemen in der Arbeit (Neuseeländer nuscheln so wahnsinnig), geht es uns recht gut dort und unsere Kollegen sind sehr nett.

Tim verwöhnt alle Kollegen vor allem unsere Kolleginnen mit süssen Cocktails und geniesst deren Begeisterung. Auch soll er mithelfen, ein paar Cocktails auf die Getränkekarte zu setzten, da das völliges Neuland hier ist.

Es ist sehr Interessant für uns wie die Pubkultur in Neuseeland gepflegt und gelebt wird . Zum all-nachmittäglichen Feierabendbier finden sich neben Bauarbeitern, Malern und Bankangestellten auch mal das gesamte Baumarktteam zum Feierabendbier ein und sogar zwei Sanitäter waren einmal da. (selbstverstaendlich alle in Arbeitsklammotten). Zum Bier gibt es dann Leckereien wie Kartoffelecken, Fritten, Calamaris und was man sonst noch so in die Fritöse schmeissen kann.

Ausser einer 30 Stunden-Woche machen wir zur Zeit nicht viel und nutzen unsere Internet-Flatrate für ausgiebige Recherchen.

Unsere Lieblingsbeschäftigung derzeit ist, uns zu überlegen, was wir so alles auf den Cookinseln anstellen können. Unter anderem versuchen wir auszurechnen, wieviele Kokosnüsse wir am Tag wohl knacken können, um sie dann mit Rum gefüllt in der Hängematte leerzuschlürfen.

Bis auf weiteres sagen wir erstmal ALOHA und HULAHE,

Anja und Tim

Wilde Kiwis

von Andrea Kofoet

Es ist Freitag abend. Motoren droehnen, Auspuffrohre blubbern und Reifen quietschen. Je lauter desto besser. In langen Konvois kommen sie in die Stadt gefahren: Die jungen, wilden Kiwis– besser bekannt als Boy Racer.

Nein, ich bin nicht auf einer Rennstrecke. Ich bin in Christchurch, der Garden City Neuseelands. Umgeben vom pazifischen Ozean und den Port Hills koennte es idyllischer nicht sein. Doch am Wochenende veraendert sich das Bild. Es sind weniger die Touristen die das abendliche Bild der Stadt praegen. Es sind die schweren Jungs mit Kapuzen, die in polierten Autos stundenlang ueber
die mehrspurigen Alleen des Stadzentrums cruisen und sich illegale Strassenrennen liefern.

Die Anwohner sind aufgebracht und die Polizei machtlos. Die Jungs lassen sich weder von Strafzetteln noch dem Entzug ihres Fuehrerscheins beeindrucken. Sie zahlen nicht und fahren trotzdem. Nun wird heftig debattiert, wie man das Problem in den Griff bekommen kann.

Soll man den Kids das Auto ganz wegnehmen, es eventuell sogar verschrotten? Die Polizeiministerin Judith Collins ist dafuer. Die Jungs haengen sehr an ihren Autos und sie glaubt, dass nur eine drastische Verschaerfung der Konsequenzen wieder Ruhe in den Urlaubsort bringen kann.

Noch handelt es sich um einen Vorschlag. Er wird aber bereits ernsthaft in der Oeffentlichkeit diskutiert und die Regierung arbeitet fieberhaft an einem neuen Geseztentwurf. Es wird interessant werden, diese Entwicklung zu beobachten, denn die Boy Racer haben bereits angekuendigt, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen.

Das, was viele verbindet und trennt – die Sprache Englisch ist nicht gleich Englisch

Das weiß man spätestens, wenn man in der Schule gut aufgepasst hat und vielleicht auch schon einmal in englischsprachigen Ländern Europas unterwegs war.

Einige Dialekte versteht man gut, andere wiederum geben einem Rätsel auf und man versucht während eines Gesprächs einzelne Fetzen aufzuschnappen, um wenigstens das Gesprächsthema zu erahnen. Ähnlich ging es mir am Anfang mit dem neuseeländischen Englisch, an das ich mich zwar mit der Zeit gewöhnt habe, jedoch von den ganzen englischen Dialekten sicher nicht der leichteste ist. Aber mit der Sprache ist es manchmal wie mit so vielen Dingen – alles eine Frage der Gewöhnung!

Die Neuseeländer neigen beim Sprechen dazu Wörter beziehungsweise Silben in die Länge zu ziehen und dazu noch alles ein wenig zu vernuscheln. Das fördert nicht gerade die Kommunikation. Für mich war zu Beginn sogar der Wetterbericht eine Herausforderung, die ich nun mit Bravur meistern kann☺. Etwas ganz typisches für die Kiwis ist das obligatorische „ey“ an so ziemlich jedem dritten Satzende (wird gesprochen wie may bloß ohne m).

Dazu kommt dann noch das Anheben der Stimme zum Ende des Satzes. Zu Beginn dachte ich, ich würde ständig etwas gefragt werden, aber mittlerweile weiß ich, dass das wohl zur Kiwi-Sprachmelodie ghört.

Ganz offensichtlich wurde mit der neuseeländische Dialekt als ich für rund 3 Wochen bei einer Familie in Hawke’s Bay wohnte. Die Frau war ursprünglich aus England und hatte noch diesen typischen, britischen Dialekt. Ihr Mann hingegen, ein original-Kiwi, repräsentierte alles, was das neuseeländische Englisch so ausmacht – langgezogene Wörter, nuschelige Aussprache, immer ein flottes G’day auf den Lippen und das „ey“ durfte auch nicht fehlen. Hört man sehr aufmerksam zu, was ich am Anfang auch musste, um alles zu verstehen, klingen Wörter wie „yes“ oder „pen“ eher wie „yis“ oder „pin“, da Neuseeländer das i anders aussprechen.

Wenn man sich darauf eingestellt hat, kommt man doch gut zurecht. Neben der Aussprache gibt es scheinbar unendlich viele Redewendungen, die man einfach kennen muss, da eine wörtliche Übersetzung nicht möglich ist. Kaum ein jeder wird wissen, was „a piss in the hand“ bedeutet! Das soll soviel heißen, wie „alles kein Problem, ohne Schwierigkeiten“, aber meist neigt man doch zu einer wörtlichen Übersetzung, wenn man Englisch nicht als seine Muttersprache hat.

Es gibt kleine Taschenbücher mit vielen Phrasen und Redenwendungen, die man sich vorher besorgen kann, aber wirklich nicht muss. Ich besitze auch so eins, jedoch um ehrlich zu sein, habe ich bisher nur zweimal einen Blick hinein riskiert. Und da wären ja noch die tollen Ortsnamen. Der Einfluss der Maori begegnet einem auf allen Straßen Neuseelands!

Viele Orte besitzen einen Maorinamen und die Aussprache ist manchmal wirklich eine Herausforderung. Mir ist aufgefallen, dass man meist gar verkehrt liegt, wenn man versucht den Namen mit deutscher Aussprache herauszupressen. Da haben die Deutschen gegenüber den englisch sprechenden Neuseeländern einen Vorteil im eigenen Land.

Allgemein gesehen sind auch viele Begriffe aus der Flora und Fauna aus dem Maori entliehen. Wen wundert es schon, da doch viele Pflanzen und Tiere in Europa gar nicht existieren. Aus diesem Grund hat mein einfach die Maorinamen übernommen! Wörter wie Kea, Moa, Tui und sogar der Kiwi bekamen ihren Namen von den Maori. Die Namen sind so selbstverständlich, dass mir das zu Beginn gar nicht bewusst war.

Wenn man nach Neuseeland kommt, braucht man sich also nicht den Kopf zu zerbrechen, wenn man zu Beginn ein wenig Verständigungsprobleme hat. Man hört sich rein und übernimmt wahrscheinlich je nach Aufenthaltsdauer selbst ein bisschen Kiwi-Englisch.

Menschen in Neuseeland

Die Mentalität der Neuseeländer

Die Neuseeländer nennen sich selbst Kiwis, da sie mit diesem Ausdruck auf ihre Heimat- und Naturverbundenheit aufmerksam machen möchten. Sie gelten als nett, freundlich, pünktlich und sehr offen. Neuankömmlinge in Neuseeland finden meistens schnell Anschluss, denn mit den offenen Kiwis kommt man schnell ins Gespräch. Außerdem sind sie für ihre angenehme, lockere Art bekannt.

Die Neuseeländer sind stolz auf ihr Land und begeben sich gerne in die Natur. Viele sind sogenannte „jack of all trades“, das bedeutet, dass sie viele unterschiedliche Talente haben. Dazu gehören nicht nur sportliche Aktivitäten, sondern auch handwerkliches Geschick. Viele Neuseeländer haben mehrere Jobs und helfen ihren Nachbarn gerne aus, wenn diese ihre Hilfe benötigen. In ländlichen Regionen wird die Nachbarschaftshilfe besonders groß geschrieben.

Im Gegensatz zur Schweiz, legen die Neuseeländer weniger Wert auf ihre eigenen vier Wände. Die meisten wohnen zwar in ihrem eigenen Haus, haben jedoch nicht vor, für immer im selben Gebäude zu bleiben. Viele Neuseeländer kaufen zuerst einmal ein Haus, das ihrer Finanzkraft entspricht. Falls sich der Wert des Hauses erhöht, verkaufen Sie es und kaufen ein besseres Heim. Durch den Verkauf ihrer Immobilien können die Neuseeländer oft hohe Gewinne erzielen.

Nur wenige Kiwis bevorzugen es in Mietwohnungen zu leben, was sich an den unglaublichen Ausdehnungen der Städte zeigt. Im Gegensatz zur Schweiz übernehmen in Neuseeland die Vermieter Renovierungen in den Wohnungen, was dem Mieter jedoch nicht immer gefällt. Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich, doch der Vermieter der Wohnung hat das letzte Wort über Entscheidungen, die die Einrichtung betreffen.

Neuseeländische Berühmtheiten

…Edmund Hillary!

Es gibt wohl kaum jemanden auf der Welt, der diesen Namen nicht kennt. Aus diesem Grund gehört er sicher zu den bekanntesten Neuseeländern, die mit großen Taten ihre Spuren in der Geschichte hinterlassen haben.

Edmund Hillary war der Mann, der zusammen mit seinem nepalesischen Bergsteigerkollegen Tenzing Norgay den als höchsten Berg der Erde, den Mt. Everest, als erster Mensch bestiegen hat. Dies geschah am 29. Mai 1953 als er an einer britischen Expedition teilnahm, die als Ziel die Erkundung einer neuen Route am Mount Everest hatte.  Eine gefährliche Steilstufe am Gipfelgrat ist seither nach ihm benannt, der Hillary Step.

Die Nachricht von der erfolgreichen Besteigung des Mount Everest erreichte die neu gekrönte Königin Elizabeth II, die ihn prompt in den Adelsstand des britischen Königreichs erhob. Von  nun an durfte er sich Sir Edmund Hillary nennen.
Es gab jedoch nicht nur positive Nachrichten im Zusammenhang mit der Besteigung des Mt. Everest. Die nepalesische Öffentlichkeit wollte eher ihren Landsmann Tenzing Norgay  als den Ersten auf dem Gipfel erklären. Norgay und Hillary behaupteten jedoch stets, beide gemeinsam den Berg bestiegen zu haben.
Neben dem Mt. Everest bestieg er in den Folgejahren weitere Gipfel des Himalayas und führte die dritte Expedition in der Geschichte zum Südpol durch. Diesen erreichte er im Januar 1958 als Teil einer Trans-Antarktis-Expedition.
Nach Hillary kamen weitere, die den Mt. Everest besteigen wollten. In den 90iger Jahren entwickelte sich ein förmlicher Bergsteiger-Boom, der jedoch immer wieder zu Todesopfern führte. Hillary kommentierte  diese Geschehnisse sehr publikumswirksam, indem er Bergsteigertugenden wie Kameradschaft lobte und darauf hinwies, dass Überehrgeiz und Egoismus durch den kommerziellen Ausbau von Expeditionen zum Mt. Everest  iese Werte nur verkommen ließen.

Abseits des Bergsteigens

Hillary wurde am 10.07.1919 in Auckland geboren und ist dort auch am 11.01.2008 an einem Herzanfall gestorben. Seine Liebe zum Bergsteigen entwickelte er wohl auch in den Neuseeländischen Alpen, wo er als Kind das Bergsteigen erlernte. Den Mt. Cook, den höchsten Berg Neuseelands (3754m), bestieg er zusammen mit einem Freund als erster über den Südgrat. Nach dem Besuch der Universität in Auckland wurde er Imker bevor er im Zweiten Weltkrieg für die Royal New Zealand Air Force arbeitete.

Seine erste Frau und seine16-jährige Tochter, eines von drei Kindern, verstarben bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 1975. Vierzehn Jahre später heiratete er noch einmal und zwar die Frau eines verstorbenen Kollegen.

Zu Edmunds Hillarys Leben gehörte nicht nur das Bergsteigen, sondern auch soziales Engagement. In den 80ziger Jahren war er neuseeländsicher Botschafter in Indien, Bangladesh und Nepal bevor er den Himalaya Trust gegründet und damit den Bau von Krankenhäusern und Schulen gefördert hat. Sein Ziel war es die Sherpa, ein Volk aus dem Himalaya, das heute in den östlichen Regionen Nepals beheimatet ist, zu unterstützen. Laut Hillary gehörte diese Unterstützungsarbeit zu den wichtigsten Dingen seines Lebens. Weiterhin war er Ehrenpräsident der Naturschutzorganisation Mountain Wilderness, erhielt die Ehrendoktorwürde der Victoria University of New Zealand und 2003 die Ehrenbürgerschaft Nepals.
Seine Leistungen als Bergsteiger und sein Engagement sowie seine Persönlichkeit lassen ihn heute zu dem wohl bekanntesten Neuseeländern zählen. Die 5-Dollar Note Neuseelands ziert sein Gesicht und zeugt von dem Stolz der Kiwis auf den „legendären Bergsteiger, Abenteurer und Menschenfreund“ des Landes.

„You don't have to be a fantastic hero to do certain things – to compete. You can be just an ordinary chap, sufficiently motivated to reach challenging goals.” (Sir Edmund Hillary)

©2017 Go to New Zealand

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