Besonders bei Lebensmitteln müsst ihr tief in die Tasche greifen und das ist ein Fakt, der auf einer längeren Reise nicht unerheblich ist

Wenn möglich, solltet ihr für eure Einkäufe auf die Discounter zurückgreifen. Ich habe meist bei Countdown eingekauft. Die Märkte gibt es auch in kleineren Städten, wohingegen man relativ selten auf Filialen von Pak n Save trifft, diese findet ihr meist nur in den Metropolen. Und das ist ziemlich schade, denn Pack n Save ist schon ein kleines Erlebnis mit seinen riesigen, hohen Hallen und den bis zum Rand gefüllten Regalen. Es ist ähnlich wie bei Metro und die Artikelauswahl ist dort größer als woanders. (Besonders fies: Pack n Save bietet gemein leckere Muffins an, die riesig sind und nur 2,10 Dollar kosten. Verführerisch!) Etwas teurer kauft ihr bei Four Square und New World. Der Preisunterschied zu Countdown oder Pack n Save entspricht in etwa dem von Lidl und Aldi auf Edeka- oder Rewe-Niveau.

Fleisch und Fisch sind in Neuseeland extrem teuer. Es gibt zwar auch günstigeres Fleisch, aber das sind dann meist ganz gruselige Würstchen mit undefinierbarem Brät und schmecken tun sie auch nicht. Dafür bekommt man Obst und Gemüse saisonal zu moderaten Preisen, das aber auch nicht immer und überall – und außerhalb der Saison bezahlt man sich dumm und dämlich. Ich war ziemlich erschrocken, wie viel man im Januar für Kiwis verlangt, obwohl die ja in Neuseeland angebaut werden und keinen langen Transportweg haben. Meist habe ich Gurken, Avocados, Broccoli und Bananen gegessen. Letztere gab es meist für so 2,99 Dollar (= 1,90 Euro) pro Kilo, was ein wirklich guter Preis ist! Schokolade kostete im Schnitt um die drei bis sechs Dollar (1,90 bis 4 Euro), Joghurt fünf bis zehn Dollar (drei bis sechs Euro), Brot variierte je nach Sorte und Marke von 3 bis fast 20 Dollar (1,90 bis 12 Euro). Molkereiprodukte sind in Neuseeland überdurchschnittlich teuer, da sie nicht vom Staat subventioniert werden wie in Europa. Unglücklich wird man übrigens auch, wenn man Alkohol kaufen möchte: Ein 12er-Pack Heineken-Bier etwa kostet um die 31 Dollar, was rund 19 Euro entspricht. Die Preise variieren jedoch stark, verändern sich im selben Geschäft manchmal mehrmals täglich und sind auch von Filiale zu Filiale unterschiedlich. Am besten kauft ihr ein, wenn etwas im Angebot ist, dann bezahlt ihr manchmal fast nur die Hälfte. Teuer wird es übrigens an abgelegenen Orten. In Fox Town beim Fox Glacier zum Beispiel gibt es nur einen kleinen Lebensmittelladen und der lässt sich sein Monopol gut bezahlen.

Die Preise für Kosmetik- und Pflegeartikel sind in Neuseeland sehr happig und es ist bei Weitem nicht alles zu bekommen, was man in Deutschland findet. Daher solltet ihr euch vor Reiseantritt lieber einen Vorrat von euren liebsten Produkten anlegen. Auch Sonnenmilch ist extrem teuer und die braucht ihr im Sommer täglich. (Die Sonne brennt erstaunlich stark, auch wenn man das durch den Wind häufig nicht mitbekommt. Also unbedingt IMMER eincremen!)

An den Kassen werden euch die Einkäufe dann ungefragt in Plastiktüten gepackt. Das ist super praktisch, vor allem da die Tüten sehr stabil sind und euch als Backpacker immer wieder gebräuchlich sein können: Für Schmutzwäsche, Schuhe, Waschpulver oder um eben die Lebensmittel zu transportieren, die nicht mehr in den Rucksack passen. (Auf der anderen Seite ist das natürlich eine ungeheure Umweltbelastung, aber das ist ein anderes Thema.) In manchen Läden gibt es SB-Kassen, an denen man seinen Einkauf selbst übers Band ziehen und so angeblich auch ein paar Cent sparen kann. Vorm Einkaufen solltet ihr unbedingt genau überlegen, was ihr für die nächsten Tage braucht. Was ihr zu viel kauft, müsst ihr tragen – oder eben wegwerfen. Wer mit einem Auto unterwegs ist, hat diese Probleme natürlich nicht, muss sich aber dennoch wegen der Frische Sorgen machen.

Nun noch ein paar Worte zum Bezahlen allgemein: Eine Kreditkarte ist in Neuseeland unabdingbar. (Visa und Mastercard werden überall anerkannt.) Besonders bei größeren Summen, beispielsweise einem Autokauf, geht es nicht wirklich ohne und die meisten Hostels wollen zum Reservieren einer Buchung die Kreditkarten-Details als Absicherung haben. Geld abheben solltet ihr aber mit eurer deutschen EC-Karte, das ist in der Regel günstiger als mit der Kreditkarte. Automaten gibt es überall, auch in kleineren Orten. In Neuseeland werden die Beträge an der Kasse übrigens immer ab- oder aufgerundet! Wundert euch also nicht, wenn das Wechselgeld höher oder niedriger ausfällt, als es laut Preis sollte. Es gibt schlicht keine kleineren Münzen als 10 Cent – warum man dann aber Cent-Beträge als Preis angibt, ist mir unklar.

Fazit: Versucht einfach, so oft wie möglich auf Eigenmarken wie homebrand oder Woolworth zurückzugreifen und auch in Neuseeland gilt: Die günstigeren Artikel finden sich auf den unteren Regalböden. Kauft Obst und Gemüse, das Saison hat, und rechnet die Preise wenn möglich immer in Euro um, wenn ihr unsicher seid. Sparen könnt ihr beim Wasser. Das ist zwar auch im Laden nicht teuer, aber das Leitungswasser in Neuseeland hat Trinkwasserqualität (auch wenn es gechlort wird und das definitiv gewöhnungsbedürftig ist) und so könnt ihr sorgenfrei darauf zurückgreifen und müsst auch keine schweren Drei-Liter-Flaschen transportieren. Lebensmittel sind in Neuseeland teuer, aber wer Preise vergleicht und saisonales Obst und Gemüse wählt, kommt relativ gut durch.

PS: Sicherlich interessiert es euch, dass es in Neuseeland kein normales Brot zu kaufen gibt. Wie in vielen anderen Ländern werdet ihr lediglich toastähnliches, fluffiges Brot finden, das meist weiß, manchmal dunkel eingefärbt oder mit Körnern daherkommt. Aber echtes, leckeres Brot wie in Deutschland gibt es nicht. (Daran erkennt ihr übrigens super die deutschen Backpacker: Sie drücken die Brote im Regal, um die Konsistenz zu testen. 🙂

Einkaufen in Nelson

Da ich ja nun schon mehrmals beim Lebensmitteleinkauf war, muss ich euch unbedingt etwas darüber berichten, da sich auch das Einkaufen von Europa unterscheidet. Die Supermärkte sind hier riesengroß. Man muss sich hier erstmals zu Recht finden.

Man bekommt hier alles in Übergrößen. Große Milchflaschen zum Beispiel. Ich muss mich echt immer ran halten, dass ich die Milch auch schaffe zu trinken. An der Kasse wird dann alles von der Verkäuferin in den Wagen gepackt, selbst muss man eigentlich nur zusehen.

Falls man jedoch Alkohol kauft in einem Supermarkt, egal wie alt man ist, dann kommt ein Supervisor und verlangt den Ausweis. Echt lustig. Beim ersten Mal wusste ich gar nicht warum ich den Ausweis herzeigen musste. Aber so ist das nun mal.

Bei uns in Deutschland darf man ab 16 Jahren Bier kaufen, hier braucht man mit Mitte Zwanzig noch einen Ausweis. Mir macht das Einkaufen hier echt Spaß, weil es irgendwie anders ist. Aber dafür wollte ich ja einige Zeit im Ausland leben, damit ich was anderes kennenlerne.